Übe auf weichem Untergrund das Einrollen von Schulter zu Hüfte, damit der Aufprall sich verteilt. Halte die Hände nicht steif nach vorne, sondern winkele die Arme an und schütze den Kopf, ohne ihn nach hinten zu reißen. Rutschen ist oft besser als abruptes Hängenbleiben: Wähle, wenn möglich, die Richtung mit weniger Hindernissen. Ein kurzer, kontrollierter Ausatemstoß stabilisiert den Rumpf und reduziert Panik. Mit wiederholtem Techniktraining werden diese Muster zu verlässlichen, spontanen Reaktionen in echten Situationen.
Nach dem Sturz sichere zuerst die Umgebung, um Folgeunfälle zu vermeiden. Prüfe Bewusstsein, Atmung, starke Blutungen, dann Kopf und Nacken vorsichtig, ohne ruckartig zu bewegen. Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen oder Gedächtnislücken sind Warnzeichen für eine Gehirnerschütterung. Inspiziere den Helm auf Risse, Einschnürungen im Dämpfer und gelockerte Ankerpunkte. Wenn Zweifel bleiben: Aussetzen, ärztlich abklären lassen. Dokumentiere Zeitpunkt, Geschwindigkeit, Untergrund und mögliche Auslöser. So triffst du besonnene Entscheidungen statt dich von Adrenalin leiten zu lassen.
Erstelle ein Crash-Log: Ort, Wetter, Sicht, Ausrüstung, Aufmerksamkeit, Ablenkungen. Was hättest du vorhersehen können, was war wirklich Pech? Überprüfe, ob Protektoren verrutschten oder ungewöhnliche Druckstellen hinterließen. Passe danach Riemen, Größen oder Modelle an. Ergänze eine kurze mentale Nachbesprechung, um Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Teile Erkenntnisse mit deiner Gruppe oder Community, damit andere profitieren. Kleine Korrekturen an Fahrtechnik, Linienwahl oder Tempo wirken oft stärker als jedes neue Gadget und zahlen direkt auf Sicherheit ein.
Suche nach feinen Haarrissen an Schale und Kanten, drücke den Dämpfer vorsichtig ab und prüfe auf bleibende Eindrücke oder Knistergeräusche. Inspiziere Riemen auf Ausfransungen, teste die Schnalle mit Zug in mehreren Winkeln und kontrolliere den Sitz des Verstellsystems. Schaue unter Polster, ob Ankerstellen arbeiten. Ein UV-gebleichter, spröder Look ist ein Warnsignal. Notiere das Kaufdatum und ersetze spätestens nach einem relevanten Einschlag oder nach mehreren Jahren Nutzung, auch wenn äußerlich alles noch ordentlich wirkt.
Entnimm nach Möglichkeit die Dämpfungselemente, wasche Textilhüllen in kaltem Wasser mit mildem Waschmittel und verzichte auf Weichspüler, der Fasern und Klett schwächt. Trockne flach im Schatten, nicht auf Heizkörpern. Wische Hartschalen mit einem feuchten Tuch ab, prüfe Nähte und Klett auf Haftkraft, ersetze stark belastete Riemen. Ein leichter Geruch lässt sich mit Essigwasser-Vorbehandlung mindern. Saubere, trockene Protektoren scheuern weniger, rutschen seltener und fühlen sich an langen Tagen deutlich angenehmer an.
Setze feste Schwellen: Ein Sturz mit spürbarem Kopfaufprall bedeutet Helmtausch, auch ohne sichtbaren Schaden. Protektoren mit gerissenen Nähten, weichem Schaum oder gebrochenen Schalen gehören aus dem Verkehr. Vermeide gebrauchte Helme unbekannter Historie, weil unsichtbare Vorschädigungen vorliegen können. Plane ein Budget für turnusmäßige Erneuerung, etwa alle drei bis fünf Jahre je nach Nutzung und Klima. Wechsle rechtzeitig, bevor Materialermüdung zuschlägt, und nutze alte Teile höchstens noch für statische Indoor-Übungen.
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